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Kommunizieren oder nicht? – Das ist in der Krise die Frage

Die Krisen, in denen Kommunikation hilfreich sein kann, sind vielfältig: Ob nun eine spezielle Branchenkrise, gesellschaftliche Einflüsse oder auch die Kritik an einer einzelnen Kampagne, die sich zum Shitstorm entwickelt. Wie es trotzdem gelingen kann in kritischen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und seine Organisation aus der Krise zu führen, zeigten die Referenten auf dem Krisenkommunikationsgipfel 2017 am Mittwoch, den 15. März 2017 in Leipzig.tl_files/usercontent/Galerien/Nachrichten/Sonstige/KKG17_01.jpeg

Fünfzehn namenhafte Sprecher erzählten von Krisensituationen aus ihrem Arbeitsumfeld, ihre Zusammensetzung war besonders vielfältig. Andrea Brinkmann, Pressesprecherin des BAMF sprach über die Flüchtlingskrise und die Einflüsse auf das Ministerium und Marcus da Gloria Martins, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation der Polizei München, zeigte, wie die preisgekrönte Pressestelle 2016 arbeitet. Den internationalen Bereich repräsentierten die stellvertretende Leiterin der Unternehmenskommunikation der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Jan Saeger, Global Director Communications der GfK SE. Speziell auf den Zusammenhang zwischen Krisenkommunikation und Reputation ging Petra Reetz, Pressesprechern und Leiterin des Vorstandsstabs Medien der Berliner Verkehrsbetriebe Berlin (BVG) ein. Sie erzählte von dem anfänglichen Shitstorm gegen die „Weil wir dich lieben“-Kampagne. Im Verlauf wurde daraus jedoch ein viraler Hit. Auch bei den Kongressteilnehmern stießen die saloppen Slogans und der Humor in den Videos auf große Begeisterung. Weitere Beiträge kamen von dem Rechtsanwalt Gernot Lehr, Thomas Kuhlow (InfraServ GmbH& Co. Knapsack KG), Athanasios Drougias (BARMER) und Benjamin Waschow (Uniklinikum Freiburg).

Einer der Höhepunkte war die Podiumsdiskussion zum Thema „Hamsterkäufe, Stinkefinger & Co. – Was läuft schief bei der Krisenkommunikation und Krisenbewältigung in Deutschland?“ Hier diskutierten unser LPRS>>Beirat Christof Ehrhart (Kommunikationschef Deutsche Post DHL Group), Jörg Schillinger (Kommunikationschef der Oetker KG), Michael Kasiske (Erzbistum Köln), Frank Richter (Direktor der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und Vermittler im Pegida-Dialog), Georg Streiter (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung) sowie Wolfgang Kenntemich (ehemaliger Chefredakteur Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks) und gingen auch auf Publikumsfragen ein.

Als Quintessenz des Tages kann man sagen, die eine Lösung für eine gute Krisenkommunikation gibt es nicht. Während die GIZ die Nicht-Kommunikation bei ihren Krisenfällen als die bewährte Lösung sieht, ist für den Chemiepark Knapsack oder das Universitätsklinikum Freiburg Dialog das Schlüsselwort. Man kann jedoch für Social Media festhalten: Wer dort aktiv ist, sollte auch antworten! So kann ein sowohl verärgerter Kunde bei der BVG als auch ein verunsicherter Bürger von der Polizei wieder beruhigt werden und Vertrauen in die Organisation fassen.

Als offizieller Partner des Krisenkommunikationsgipfels 2017 bedankt sich der LPRS e.V. im Namen seiner Mitglieder für die Möglichkeit der Teilnahme an diesem spannenden Kongress.  

 

Text & Bild: Lorena Steigertahl und Jasmin Weber (M.A. Communication Management)

 

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