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Entdeckergeist und Digitales Mindset – Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung

Am 31. Mai fand sich für den ersten PR-Salon im Sommersemester 2017 wieder ein interessiertes Publikum in der Leipziger Villa Ida ein. Byung-Hun Park, Senior Vice President Global Corporate Communications & Marketing Germany bei der Software AG, war der Einladung des LPRS e. V. gefolgt und brachte das Thema „Digitalisierung von Kommunikationsprozessen“ mit. Bevor er 2012 den Posten als Pressesprecher in der Unternehmenskommunikation des TecDax-Unternehmens übernahm, war Park rund fünf Jahre bei der führenden strategischen Kommunikationsberatung Hering Schuppener und fast zwei Jahre bei der Netzwerkagentur Burson-Marsteller in Frankfurt. Aus dieser Zeit stammen seine Expertenkenntnisse in den Bereichen internationale Kommunikation im Technologiesektor sowie Kapitalmarkt- und Finanzkommunikation, die ihm bei der ersten Anstellung auf Unternehmensseite zu Gute kamen. Moderiert wurde der Abend von Göran Kügler und Sebastian Weber, Masterstudenten des Communication Management im zweiten bzw. vierten Semester. 

>> Das „Buzzword“ Digitalisierung  

Gleich zu Beginn des Kamingesprächs stellte Byung-Hun Park, der auf die Anrede „Huni“ bestand, klar: Digitalisierung ist zwar ein vielzitiertes Konzept, das einem täglich in den Medien begegnet, jedoch fehlt dem Begriff eine klare Definition und folglich auch der konkrete Inhalt. Dadurch erfährt der Terminus eine Mystifizierung, die in unserem längst von Technologie durchdrungenen Alltag schon fast altmodisch erscheint. Unternehmen und Privatpersonen ziehen gleichermaßen Komfort aus dem Internet und den Smartphones mit unendlich vielen Apps, dennoch hält sich der Begriff „Digitalisierung“ ironischerweise als abschreckendes Konstrukt. Für Huni haben Kommunikationsverantwortliche deshalb aktuell eine Kernaufgabe: Das abstrakte Wort, in täglichen Projekten und Innovationen konkret zu machen, mit Leben zu füllen. Sowie ein digitales Mindset in Unternehmen und eine entsprechende Kommunikationskultur zu etablieren. Dabei darf man sich gerne aller Ressourcen bedienen, die man hat. 

>> Der Trend geht zur Vernetzung  

Vor allem die Themen „Mut in der externen Kommunikation“ sowie „Kreativität in der internen Kommunikation“ hatte es Huni angetan. So berichtete er von Kampagnen, die er mit großem Erfolg in der Software AG durchgeführt und damit eine neue Ära für die interne Kommunikation eingeläutet hatte: Online, in Echtzeit und vor allem von Mitarbeitern für Mitarbeiter. Egal ob ein Bericht über eine Mitarbeitertochter, die in der US-amerikanischen Fußballnationalmannschaft spielt, das Entdecken unbekannter Talente oder erfolgreiche Kundenprojekte – in jedem Konzern liegen wertvolle Geschichten verborgen. Man muss nur die richtigen Impulse setzen, um die Kollegen erzählen zu lassen. Interne Kommunikation wird oftmals stiefmütterlich behandelt, viele unterschätzen auch die Kreativität der eigenen Mitarbeiter - dabei ist sie die Quelle und Grundlage aller Geschichten nach außen. Auch die Gatekeeper-Funktion von Corporate Communications muss überdacht werden. In Zeiten, in denen jeder mit seinem Smartphone ein Video drehen kann, ist es offensichtlich, dass jeder auch ein interner Reporter sein kann. So gab Huni auch im Rahmen eines kreativen Wettbewerbs Kollegen aus anderen Abteilungen die Chance, für ein großes Kunden-Event in die USA zu reisen und für die restlichen 4.500 Mitarbeitern in 70 Ländern des Konzerns live vor Ort zu berichten.  

Huni und seine Abteilung haben diese neue Mentalität der Offenheit und des Teilens erfolgreich etabliert und werden mit großer positiver Resonanz und einem guten Firmenklima belohnt. Immer wieder ermutigte der Kommunikationsprofi während des PR-Salons dazu, sich Inspiration in der Begegnung mit Menschen zu holen, die das Unternehmen ausmachen. Denn das Verlassen der Komfortzone lohnt sich immer.

>> Mit Entdeckerfreude das eigene Profil schärfen  

Natürlich ergaben sich aus dem ehrlichen Gespräch mit dem Publikum viele Antworten und Tipps für Berufseinsteiger. Große Trends erkannte Huni bei den Themen Big Data und Künstlicher Intelligenz. Dass darüber hinaus eine digitale Affinität für die Zukunft in der Branche wichtig ist, sollte für jeden der Anwesenden selbsterklärend gewesen sein. Kommunikatoren müssen ihre Rolle und ihre Positionen häufig selbst definieren und den eigenen Gestaltungsspielraum nutzen. Huni lässt seinen Teammitgliedern immer wieder Freiraum zum Testen neuer Wege. Zum Abschluss eines authentischen und unterhaltsamen Gesprächs gab der Referent dem Publikum noch eine Botschaft mit auf den Weg, die ihm besonders am Herzen lag: „Nicht so viel nachdenken – einfach machen! Seid mutig, experimentierfreudig und vor allem ehrlich zu euch selbst. Probiert viel aus, denn nur so lernt ihr euch selbst besser kennen und wisst, was zu Eurer Persönlichkeit und zu Eurem Profil passt oder nicht. Beruflich solltet ihr etwas machen, das auch Eurem Naturelle entspricht. Denn nur dann habt ihr die Chance auch etwas zu finden, aus dem ihr berufliche Erfüllung ziehen könnt. Der Rest kommt von alleine.“ 

Der LPRS – Leipziger Public Relations Studenten e. V. bedankt sich bei Byung-Hun Park für einen kurzweiligen und anregenden Abend sowie die spannenden Einblicke in die Chancen digitaler Kommunikationsprozesse.

 
Das Interview des LPRS e.V. im PR-Report unseres Aktiven Jan Reinholz mit Byung-Hun Park finden Sie demnächst hier.

 

Text: Florentina Liefeith (M.A. Communication Management)

Bilder: Josephine Kreutzer (M.A. Communication Management)

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