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In hitzigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren – Issues Management auf internationaler Ebene

Heutzutage ist immer häufiger von Krisen die Rede. Der Begriff scheint nahezu in unsere Alltagssprache integriert zu sein. Umso mehr müssen Kommunikationsmanager wie Lars Rosumek den feinen Unterschied zwischen Herausforderungen und Bedrohungen für ein Unternehmen erkennen können. Genau in diese Problematik gab Lars Rosumek, Senior Vice President Communications der Voith GmbH, beim ersten PR-Salon des Jahres am 23. Januar 2018 einen Einblick. Unter der Moderation von Dr. Nils S. Borchers vom Lehrstuhl für Strategische Kommunikation und Lilli Staack, Studentin des dritten Mastersemesters Communication Management, stellte sich Lars Rosumek aufgeschlossen unseren Fragen.

>> International und doch lokal  

Weiß der Kommunikationsexperte aus dem Standort Heidenheim stets über das tagesaktuelle Geschehen in Shanghai Bescheid? Und wie sieht es mit den restlichen  Standorten aus?

Kaumtl_files/usercontent/Galerien/PR-Salon/2018/Lars Rosumek/Salon_Rosumek_5.jpg möglich, findet auch Lars Rosumek. Wobei die Kenntnisse über Sprache, Werte, Kulturen und Medienstrukturen für erfolgreiche Kommunikation von zentraler Bedeutung sind. Gerade bei folgenschweren Entscheidungen tragen kulturelle Gemeinsamkeiten, sowie die Sicherheit der Landessprache, zu einer vertrauensvollen Geschäftsbeziehung auf Augenhöhe bei. In Sprachbarrieren beispielsweise, sieht Rosumek eine Hürde.

Voith setzt auf Lokalität – ein Erfolgskonzept! Für das Unternehmen ist es ein bedeutender Vorteil, die Medienstrukturen, politischen Systeme, Branchen und auch die Konkurrenz genau zu kennen. Durch eine starke Vernetzung vor Ort, sind Chancen und Risiken leichter zu erfassen. Das Prinzip der starken Vernetzung beginnt bei Voith bereits in der Raumaufteilung der Büros. Rosumek ist überzeugt von Projektgruppenbildung, die durch räumliche Nähe erleichtert wird.

Aber kommuniziert es sich in der Hydrotechnologienicht ganz anders als in der Papierbranche? Nein, meint Lars Rosumek. Er wünsche sich schließlich in erster Linie Kommunikationsexperten, nicht Produktexperten. Auch wenn oberflächliche Fachkenntnisse unumgänglich sind, liegt der Fokus auf kommunikativen Qualitäten.  

>> Trends: aufspüren, analysieren, anpacken  

tl_files/usercontent/Galerien/PR-Salon/2018/Lars Rosumek/Salon_Rosumek_4.jpgAm Puls der Zeit: technologische Innovation als Erfolgsgaranten. Früh erkannte Voith Elektromobilität im Nutzfahrzeugmarkt als Chance. In diesem Bereich gelten sie als Pioniere. Auch einen Trend wie Virtual Reality macht sich Voith geschickt zu Nutzen. Seit Längerem setzt Voith beispielsweise spezielle Datenbrillen für Servicemitarbeiter ein. Die Voith-Cloud ist ein nächster Schritt in die digitale Zukunft.

Ein weiterer Gegenstand der Zukunft ist auch Nachhaltigkeit. Gerade dieses Themenfeld ist durch die unterschiedlich nachhaltigen Wirtschaftszweige des Technologieführers spannungsgeladen. Generell strebt Voith jedoch eine nachhaltige Entwicklung seiner Produkte an. Als Unternehmen wollen man „etwas an die Gesellschaft zurückgeben“, betont Rosumek. Ein essentielles Ziel ist es, Unternehmensstandorte für Mitarbeiter so attraktiv wie möglich zu machen. „Wir sitzen in York, nicht in New York!“, meint Rosumek schmunzelnd. Kultur und Bildung seien dem Familienunternehmen zudem seit bereits 150 Jahren ein wichtiges Anliegen.  

>> Eigene Ansichten und die Sicht des Unternehmens  

Als Kommunikationsmanager vertritt man in erster Linie ein Unternehmen und dessen Position. Was jedoch, wenn die eigene Überzeugung einmal abweicht? Eine Haltung zu bestimmten Themen, so Rosumek, ist prinzipiell wichtig für die beratende Funktion seines Berufs. In manchen Situationen entstehen so auch einmal kontroverse Diskussionen.

Zwei Grundprinzipien sind für den Kommunikationsexperten jedoch unanfechtbar: das geltende Recht sowie Ehrlichkeit. Hier fragte das Publikum, ob man sich das Vertreten eigener Ansichten bereits als Berufseinsteiger leisten könne? Dies bejahte Rosumek, schließlich sei die Leidenschaft im Beruf für ihn persönlich ein entscheidendes Erfolgskriterium. Auch Empathievermögen und die Akzeptanz anderer Weltansichten ist für den Arbeitsalltag eines Kommunikationsexperten bedeutsam.  

>> Zwischen Agieren und Reagieren  

tl_files/usercontent/Galerien/PR-Salon/2018/Lars Rosumek/Salon_Rosumek_1.jpgEs gibt keine Goldene Regel!“, räumt Rosumek ein. „Agieren oder Reagieren“ bleibe eben oft eine Frage des Vertrauens auf Intuition. Während in der einen Situation das frühzeitige Agieren Gold wert ist, empfiehlt es sich in anderen, die Gelassenheit und Ruhe zu bewahren. Bei genau dieser Einschätzung hilft der Kommunikationsabteilung von Voith die stetige Beobachtung von spannungsgeladenen Themen für das Unternehmen. Diese können sich auf verschiedenen Eskalationsstufen bewegen, die höchste davon ist die Krise. Eine Krisensituation definiert Rosumek als existenzielle Bedrohung für Unternehmen, weshalb mit diesem Begriff sparsam umgegangen werden sollte. Nicht zuletzt zeichnet sich eine Krise durch ungeplantes und unverhofftes Auftreten aus, welches viel Spontaneität erfordert. Selbstverständlich können Krisenhandbücher oder Coaching-Maßnahmen jedoch, vor allem bei wiederkehrenden Issues, helfen. Letztlich ist aber in jeder herausfordernden Lage individuelles, zeitiges und situationsbezogenes kommunikatives Handeln gefragt. Als international agierendes Unternehmen sieht sich Voith zusätzlich mit der Herausforderung lokaler Unterschiede konfrontiert. Die Kommunikation richtet sich an verschiedenste Kulturen und Märkte.  

Für diese zukunftsweisenden und interessanten Einblicke in den Berufsalltag des Senior Vice President Group Communications der Voith GmbH & Co. KGaA Lars A. Rosumek bedankt sich der LPRS-Leipziger Public Relations Studenten e.V. sehr herzlich.   

  

Text & Fotos: Ida Bandemer und Leonie Beck (1. Fachsemester Kommunikations- und Medienwissenschaft)

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