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Kultur und Haltung – die zentralen Elemente der CrisisDNA

Wie sieht eigentlich der Alltag eines Krisenmanagers aus? Das war die Frage, unter welcher der zweite PR-Salon des Sommersemesters stand und zu dem der LPRS e.V. ganz herzlich Frank Schönrock, seines Zeichens Grayling CEO, Krisenexperte und Fachmann in Issues Management sowie Litigation PR, in der eindrucksvollen Villa Ida begrüßen durfte. Moderiert von Nadja Enke, Research Associate an der Juniorprofessur für Onlinekommunikation und Florentina Liefeith, Studentin im zweiten Mastersemester Communication Management, folgten vertraute 90 Minuten über die Do’s und Don’ts in Krisensituation und die so genannte CrisisDNA.  

>> Der Klassiker: Wegducken  

Eine Krise ist dann gegeben, wenn ein Unternehmen ein Problem mit den bestehenden Ressourcen nicht lösen kann, definiert Frank Schönrock zu Beginn der Veranstaltung. Das Ziel ist dann, so schnell wie möglich wieder zum Business as usual zurückzukehren, also bestimmte Prozesse und Ressourcen wieder arbeitsfähig zu machen. Entscheidend sind in so einer Situation eine Strategie und zwei Eigenschaften: Größtmögliche Transparenz, Haltung und Kultur. Schönrock selbst bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung mit und hat bereits viele Unternehmen durch kritische Perioden begleitet. Der klassische Fall, sagt er, sei das Wegducken. „Jeder kennt das, wenn Unternehmen zum Beispiel sagen, es sei nicht ihre Schuld.“ 

>> Klares DO: Offenheit und Transparenz gegenüber allen Bezugsgruppen  

Die Art und Weise, wie Krisen bewältigt werden, spielt eine große Rolle in der CrisisDNA eines Unternehmens. Wurde durch die Krise zum Beispiel das Vertrauen bestimmter Anspruchsgruppen verletzt, ist ein Teil der CrisisDNA beschädigt, es ist schwieriger für das Unternehmen, mit diesen zu interagieren. Das hieße allerdings nicht, dass die CrisisDNA nicht repariert werden könne. Manchmal müsse man das Verhalten verändern, um die Handlungsfähigkeit eines Unternehmens in der Krisensituation wieder zu erhöhen. Hat man bislang zum Beispiel mit einer bestimmten Bezugsgruppe bewusst nicht geredet, neigen Menschen dazu, dieses Verhalten aus Prinzip fortzuführen. Transparenz und Offenheit seien der Kern und damit ein klares DO guter Krisenkommunikation. Dafür lohne es sich, als Krisenmanager zu kämpfen. 

>> Zuhören und gehört werden  

Immer wieder wurde an diesem Abend über etwas vermeintlich ganz einfaches gesprochen - das Zuhören. Seien es Kunden oder Mitarbeiter: Für Unternehmen sei es wichtig, ihren Bezugsgruppen zuzuhören und dies zur strategischen Komponente zu machen. Das ginge zum Beispiel, indem man Bezugsgruppen in den Dialog holt und Erwartungen austauscht. Auf Seiten der Mitarbeiter, sagt Schönrock, sei es besonders wichtig diese zu involvieren und den Führungszirkel von Anfang an in die Kommunikationsarbeit einzubinden. 

Der LPRS e.V. bedankt sich bei Frank Schönrock für den intensiven Einblick in die Arbeit eines Krisenmanagers und einen erfahrungsreichen PR-Salon. 

 

Text: Josephine Kreutzer (M.A. Communication Management)

Bilder: Frank Schönrock und Gina Cimiotti (M.A. Communication Management)

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