Das LPRS>> Forum wird 15! – Save the Date für das Jubiläum

Wir freuen uns, euch den Termin für das 15. LPRS>>Forum bekanntgeben zu können: Am 24. April 2020 findet in Leipzig die größte Veranstaltung des LPRS – Leipziger Public Relations Studenten e.V. statt und feiert damit sein 15-jähriges Bestehen. Dazu möchten wir ganz herzlich einladen.

Das Forumswochenende erstreckt sich über den 24. und 25. April 2020.
Alle weiteren Informationen zum Thema, zu den Referenten und zum Veranstaltungsort werden rechtzeitig und immer aktuell auf unserer Homepage www.lprs.de veröffentlicht.

Wir freuen uns schon jetzt auf das 15. LPRS>>Forum und hoffen, dass ihr zahlreich erscheinen könnt.

Julia, Helene, Melanie, Björn & Annika – Vorstand des Vereinsjahres 2019/20

„Are you [for] real? Zwischen Schein und Sein in der Kommunikation“ Rückblick auf das REFRESH und das 14. LPRS>>FORUM

 

Alle, die sich am 3. Mai auf den Weg nach Leipzig gemacht haben, konnten einen ereignisreichen Tag mit dem LPRS e.V. verbringen. Akademische Impulse trafen auf Insights aus der Praxis, Grenzen der Realität verschwammen und der Begriff der Authentizität wurde heiß diskutiert.

Begonnen hat der Tag des LPRS>>Forums aber zunächst in der Bibliotheca Albertina:

 

REFRESH 2019

In der Albertina trafen schon früh am Morgen Alumni des Lehrbereichs auf Professionals aus anderen Teilen Deutschlands, ältere Jahrgänge auf jüngere Abschlussklassen – sie alle konnten sich von den Professoren des Lehrbereichs Communication Management über aktuelle Studien und ihre Ergebnisse informieren lassen.

Zu Beginn ordnete Professor Ansgar Zerfaß das Begriffswirrwarr rund um den Begriff der Strategischen Kommunikation und nahm das Publikum mit auf ein kleines Gedankenexperiment. Professor Alexander Godulla hingegen framte kurzerhand das Motto des Forumsabend „Are you for real?“ neu und fragte aus der Perspektive der Startup-Kommunikation heraus, wann etwas Bestand hat. Abgerundet wurde der Input aus der Wissenschaft durch eine bunte Mischung weiterer Studienergebnisse, die von der Finanz- bis zur Influencer-Kommunikation reichten.

 

14. LPRS>>FORUM

Von der Bibliothek ging es dann direkt zum MDR, genauer zum Mediengarten der media city Leipzig. Hier warteten elf Unternehmen, Agenturen & Beratungen darauf, unsere Mitglieder über ihre Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten zu informieren. Das LPRS>>Karrieretreffen fand wie auch schon in den letzten Jahren in Form eines Jobspeeddatings statt: Nach acht Minuten Gespräch wurde zu einem der sechs zugeteilten Partner gewechselt – immer auf der Suche nach einem potenziellen Match oder der nächsten Praktikumsmöglichkeit.

 

Im Anschluss begann das 14. LPRS>>Forum, offiziell eingeläutet durch die Begrüßung des LPRS>>Vorstands. Das Wort übergab der Vorstand anschließend an Daniel Neuen, Chefredakteur des PR-Report, der als Moderator durch den Abend führte. 165 Anmeldungen zählten die Organisatoren für das Forum. Aktive, Alumni, Referenten, Förderer, befreundete PR-Initiativen, Lehrende und Professionals reisten von nah und fern zum jährlichen LPRS>>Forum  an und formten ein Publikum aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Presse.

 

Unter dem Motto „Are you [for] real? Zwischen Schein und Sein in der Kommunikation“ brachten die Speaker an diesem Abend Licht ins Dunkel und referierten über Authentizität und Glaubwürdigkeit in der PR. Zunächst aber lockerte Magier Nico Haupt dank verblüffender Tricks bereits am frühen Abend die Stimmung unter den Anwesenden. Passend zum Thema ließ Haupt das Publikum an der eigenen Wahrnehmung zweifeln und holte dafür den ein oder anderen Zuschauer auf die Bühne.  

 

„Wir sind kein Liter Milch“

Dann folgte die erste Keynote des Abends: Dr. Jan Müller, Head of Group Communications bei MAN Energy Solutions, nahm die Zuschauer gemeinsam mit Nietzsche und Cicero mit auf einen gedanklichen Bar-Besuch, um die Bedeutung von Authentizität zu ergründen. Gemeinsam mit dem Publikum fragte er sich: Ist Authentizität wie ein Bio-Siegel für Kommunikation? „Heute soll alles möglichst echt, natürlich und unverfälscht sein. Ganz so wie unser Essen, nach Möglichkeit natürlich, bio und regional.“ Aber muss oder soll Kommunikation auch so sein? Müller meint: „Nein, wir sind kein Liter Milch, den man nach gewissen Richtlinien bio-zertifizieren kann oder nicht. Authentizität muss unter Real-Bedingungen betrachtet werden, sie ist die Konsistenz zwischen Reden und Handeln. Nicht alles, was „echt“ ist, ist in diesem speziellen Moment nun auch passend oder angemessen.“

„Es ist naiv, nach dem Echten zu suchen“

Michael Gentsch, Leiter der Marketingabteilung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und als dessen Vertreter gleichzeitig jüngster Förderer des LPRS, evaluierte in seiner Keynote den Begriff der „medialen Vertrauenskrise“. Mit dem Krisenbegriff mache man es sich zu einfach, so Gentsch. Vielmehr seien gesellschaftliche, kulturelle und politische Bedingungen für eine gewisses Stimmungsbild verantwortlich. Vertrauen könnte als „riskante Vorleistung“ leicht erschüttert werden, wie er am Beispiel der Berichterstattung zur „Hetzjagd“ in Chemnitz darlegte. Seine Conclusio lautet wie folgt: Auch wenn der Rundfunk-Staatsvertrag die Objektivität zur Pflicht eines Journalisten erklärt, so sei sie in der Realität im besten Fall „verklärt romantisch“.

Nach einer Pause, in der die ersten Eindrücke zum Thema Schein und Sein in der Kommunikation verdaut werden konnten, ging es weiter im Programm – oder so ähnlich. LPRS>>Vorständin Paula Auksutat interviewte Mandy Nieber, Alumna und Media Relations Managerin bei adidas, welche kurzerhand für die leider erkrankte Lena Stork einsprang. Die beiden sprachen unter anderem über die junge Belegschaft, die dynamische Kultur und interne Kommunikation im Headquarter des Weltkonzerns. Darüber hinaus lieferte Nieber eine klare Antwort auf die häufige Frage: Muss man als Kommunikator auf sozialen Netzwerken auch privat aktiv sein? „Nein“, die Sichtbarkeit der eigenen Person sei in einigen Personen durchaus sinnvoll, als Pressekontakt zu Quartalskennzahlen kein Must-Have. Lesen könne man schließlich auch ohne selbst Inhalte zu teilen.

Als letzten offiziellen Programmpunkt forderte Moderator Daniel Neuen  den drei Rednern zu fortgeschrittener Stunde noch einiges ab: In der Podiumsdiskussion stellte er die Masterfrage: „Wo liegt der Unterschied zwischen Offenheit, Ehrlichkeit und Authentizität, Herr Müller?“. Dr. Müller konterte: „Ehrlichkeit ist eine Zutat für Authentizität. Aber man muss nicht so ehrlich sein alles offen zu legen. Am Ende geht es um die richtige Dosis.“

 

Im Anschluss begann der gesellige Teil des Abends – es wurde genetzwerkt, gelacht, gefeiert und vielleicht noch über das ein oder andere Zitat des Abends resümiert.

Mit dem Kopf voller Eindrücke blicken wir zurück auf ein spannendes LPRS>>Forum und danken unseren Gästen für den wunderbaren Abend und allen aktiven Mitgliedern, Alumni, Förderern sowie Sponsoren des Vereins für die großartige Unterstützung.

 

Text: Lea Waskowiak & Felix Vierheller (M.A. Communication Management)

13. LPRS>>Forum “Die Kunst des Scheiterns – Wie man in der PR aus Fehlern lernt”

  1. LPRS>>Forum “Die Kunst des Scheiterns – Wie man in der PR aus Fehlern lernt”

 

Am 04. Mai öffnete der LPRS – Leipziger Public Relations e.V. – anlässlich des 13. LPRS>>Forum die Türen des Mediencampus für knapp 170 Gäste, die nach Leipzig gekommen waren, um Vorträgen zum diesjährigen Leitthema “Die Kunst des Scheiterns – wie man in der PR aus Fehlern lernt” beizuwohnen. Gemeinsam mit Gästen aus Branche, Wissenschaft und Wirtschaft hatten die Mitglieder des LPRS e.V. eingeladen, Fragen rund um das Thema Fehlerkultur und dessen Potenzial Antrieb für Innovationen zu sein, zu diskutieren.

 

>Stunde 8 Speeddates und zahlreiche Tipps

 

Unter diesem Motto startete am Freitag für 20 Studierende das LPRS>> Forum mit dem Karrieretreffen. Nach einer kurzen Begrüßung ging das Speednetworking schnell los, denn die Zeit war eng getaktet: Alle sieben Minuten wurde mit einer Klingel der Wechsel eingeläutet, bei dem die Studierenden zu einem ihrer acht Gesprächspartner wechselten. Die Reihenfolge wurde vorher vom Organisationsteam durch ein individuelles Matchingverfahren zugeteilt. Aufseiten der Kommunikationspraktiker waren insgesamt 14 Förderer, Unterstützer und Alumni vertreten, die sich den Fragen der Aktiven stellten, aus ihrem Arbeitsalltag berichteten und wertvolle Bewerbungstipps gaben. Diese lockere und sehr persönliche Gesprächsebene bot den Studierenden die Möglichkeit die Kommunikationsexperten alles zu fragen, was sie interessierte. Da fiel es einigen Teilnehmern gar nicht so leicht, beim Klingeln zum nächsten Gesprächspartner weiterzuziehen. So ergaben sich auch nach dem offiziellen Ende des Karrieretreffens noch zahlreiche Gespräche und die eine oder andere Visitenkarte wurde ausgetauscht.

 

Nachdem sich alle Gäste eingefunden hatten und das ein oder andere Wiedersehen zwischen Aktiven Mitgliedern, Alumni und Freunden des Vereins gefeiert wurde, eröffnete die Vorstandsvorsitzende Thu Hoai Bui offiziell das 13. LPRS>>Forum und bedankte sich für die tatkräftige Unterstützung der Aktiven Mitglieder, ohne deren großartiges Engagement der Abend nicht möglich gewesen wäre. Das Wort übergab sie dann an Daniel Neuen, Chefredakteur des PR-Report, der als Moderator durch die Abendveranstaltung führte. Bevor es mit den Impulsvorträgen in medias res ging, startete der Poetry Slammer Malte Rosskopf mit zwei seiner Texte und sorgte für Bauchschmerzen vor Lachen und stimmte damit auf humorvolle Weise auf den kommenden Abend ein.

 

>>Fehler, manchmal auch Freund und Helfer

Den Aufschlag für die Impulsvorträge machte Martin Frommhold, Leiter der Unternehmenskommunikation und Pressesprecher bei der OTTO GmbH & Co KG. Der Versandhandel steckt schon länger in der digitalen Transformation und wandelt sich verstärkt zu einer Plattform. Eine solche Veränderung verlange Mut und auch den Wunsch Neues auszuprobieren und Altes zu hinterfragen. Eine Fehlerkultur sei entscheidend auf diesem Weg und werde bei OTTO schon länger zum Beispiel durch interne FuckUp Nights gelebt, so der gestandene PR-Profi. Allerdings sei es immer wieder die Aufgabe die eigene Mannschaft zu sensibilisieren und gemeinsam die Rückschau auf Fehler zu begehen, um daraus zu lernen. “In vielerlei Hinsicht wirken Fehler ja auch als Motivator – es das nächste mal besser zu machen”, so Frommhold.

 

>>Ohne Fehler keine Erfahrung und ohne Erfahrung keine Fehler

Anna-Lena Müller, ehemals Head of Digital Channels bei Microsoft Deutschland, stellte den Umgang mit Fehlern in den Fokus ihres Vortrags. Fehler an sich seien weniger das Problem, als das, was aktuell einerseits mit einem unrealistischen Hype um eine Fehlerkultur gemacht würde sowie andererseits das einseitige Verteufeln von Fehltritten. Man müsse vor allem bei der Begriffsdefinition des Fehlers ansetzen. Diese impliziere, dass grundsätzlich alles Falsche auch ein Fehler sei – ein Trugschluss, den es zu beheben gelte. Denn: “Ohne Fehler keine Erfahrung und ohne Erfahrung keine Fehler”, bekräftigt Müller. Weiterhin macht die XY-jährige deutlich, dass in der vom Output getriebenen PR-Branche oftmals ein ungesunder Perfektionismus an den Tag gelegt werde, der ursächlich für Fehler sei. Mehr Gelassenheit und weniger Druck würden in vielen Fällen mehr helfen und weniger Fehler produzieren. Und wenn dann doch mal was schief läuft? Zeit nehmen, reflektieren, den Fehler einordnen und die Schuld nicht sofort nur bei sich suchen. Und zum Schluss Verantwortung übernehmen, denn dann werden auch Lernprozesse in Gang gesetzt.

>>Mut und Vertrauen in sich als Antwort auf Versagensängste

Einen Blick zurück auf den beruflichen Werdegang und damit verbundene Fehltritte warf Senior Vice President Communication der Deutschen Telekom AG, Philipp Schindera. Mit der Ambition nach journalistischen Sternen zu greifen, musste er in jungen Jahren die ein oder andere Niederlage einstecken. Dass er heute für die Telekom sprechen darf, so der erfahrene Kommunikator, verdankt er unter anderem seinem Durchhaltevermögen aber auch dem Mut sich größeren Aufgaben anzunehmen und vor diesen nicht aus Angst Fehler zu machen zurück zu schrecken. „Traut euch, übernehmt Verantwortung. Wenn euch jemand eine Aufgabe gibt vor der ihr Respekt habt, dann hat derjenige das Vertrauen darin, dass ihr das gut machen werdet.“ Ein Appell an mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und den Mut immer wieder Neues zu probieren sind sicherlich gute Ratschläge für junge Nachwuchskräfte der Branche.

 

>>Vom Fehlermanagement hin zu einer langfristigen Fehlerkultur

Nach jedem Vortrag stellten sich die Referenten noch den Fragen des Publikums. Mit der Anwendung Slido, die auch schon im vergangenen Jahr zum Einsatz kam, hatten die Besucher des LRPS>>Forum die Möglichkeit Fragen an die Vortragenden zu richten. Nach einem ausgiebigen Abendessen mit Barbecue schloss sich die Abschlussrede von Simone Gerwers, Managementberaterin und Executive Führungskräfte Coach von an. Sie machte zunächst deutlich, dass ein Gros der Unternehmen bereits daran sind ein Fehlermanagement zu etablieren. Dies sei aber oftmals mehr der Versuch Fehler zu identifizieren und aufzudecken, getrieben von einem Optimierungsgedanken, anstatt langfristige Prozesse zum Umgang mit Fehlern zu etablieren. Auch die Krux des ständigen Perfektionsismusstrebens sprach Gerwers an und zeigt, dass die Angst vor Fehlern und Sicherheitsstrategien ganz natürliche Mechanismen des Menschen sind, die in Unternehmen und insbesondere von Führungskräften verinnerlicht werden müssten, um bei einer Fehlerkultur sinnvoll ansetzen zu können. Mehr Mut aber auch Demut, das Fördern von Resilienz sowie das Befördern von positiven Erfahrungen und “Entdeckerfreude” sind Tipps, die die Beraterin dem Publikum abschließend an die Hand gibt.

Den inhaltlichen Teil rundet eine Panel-Diskussion, die in Frage-Antwort-Manier doch sehr harmonisch bleibt, den Abend ab. Anschließend wurde genetzwerkt, gelacht und gefeiert und noch bis in die in die Nacht getanzt.

 

Der LPRS e.V. dankt seinen Gästen für einen wunderbaren Abend und allen aktiven Mitgliedern, Alumni, Förderern sowie Sponsoren des Vereins für die großartige Unterstützung beim 13. LPRS>>Forum.  

Text: Gina Cimiotti (M.A. Communication Management)

Bilder: Arthur Baum

 

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Neue Visionen am PR-Horizont? Das war das LPRS-Forum 2017

  1. LPRS>>Forum „Wanted: The Next Big Thing – auf der Suche nach neuen Visionen am PR-Horizont“

Am 19. Mai 2017 begab sich der LPRS – Leipziger Public Relations Studenten e.V. –  beim 12. LPRS>>Forum auf die Suche nach dem Next Big Thing der PR. Gemeinsam mit den Gästen aus Branche, Wissenschaft und Wirtschaft luden die spannenden Referenten des Abends die Mitglieder des LPRS e.V. dazu ein, den Blick auf ihre Ideen für den nächsten Gamechanger der PR zu richten.  

Der Abend begann jedoch traditionell mit dem Sektempfang, der auf der Dachterrasse des Veranstaltungsorts, der LVZ Kuppelhalle, einen tollen Blick über ganz Leipzig bot. Mit interessanten Gesprächen und dem ein oder anderen Wiedersehen zwischen Aktiven Mitgliedern, Alumni und Freunden des Vereins wurde so der Weg in einen schönen Abend geebnet. Um 19 Uhr eröffnete der Vorstandsvorsitzende Jonas Scherhaufer dann offiziell das 12. LPRS>>Forum und bedankte sich bei allen Aktiven Mitgliedern, Alumni und Förderern des LPRS e.V. für ihre großartige Unterstützung, ohne die der Abend nicht möglich gewesen wäre. Direkt im Anschluss übernahm Daniel J. Hanke, Moderator des Abends und Alumnus des LPRS e.V., das Wort und sprach über seine Vergangenheit in Leipzig mit einem Pladoyer für die Stadt, aber vor allem auch für den Studienstandort und ganz besonders für den LPRS. Hanke freute sich dabei im Anschluss, das Wort an seinen Kollegen und Managing Partner bei Klenk & Hoursch, Dr. Georg Kolb für die Keynote zu übergeben. Kolb sprach über die Kommunikation in der vernetzten Welt. In seiner Kurzrede über soziale Phänomene wie das „Social Grooming“ machte er dem Publikum klar, dass die Zeit reif für neue Kommunikationsmodelle, abseits von Hierarchien hin zu netzwerkartigen Strukturen, sei. Das „Social Grooming“ helfe diese Netzwerke zu stabilisieren, in dem die Mitglieder sich gegenseitig kommunikativ und sozial „lausten“. Denn die Interaktion zwischen den Menschen sei von großer Bedeutung für die Erhaltung der sozialen Netzwerke. Mittel zum Zweck sei hierbei vor allem die Geschichte, die die Menschen nutzen, um miteinander zu kooperieren. Kolbs Quintessenz: Die Kommunikation brauche eine neue Rahmenerzählung und die Kommunikationsmodelle, die daraus entstünden, müssten die richtige Balance zwischen Hierarchie und Netzwerk finden.  

>> „Alexa, Alexa…?“

Den ersten Impulsvortrag und somit der erste Vorschlag für das Next Big Thing der PR kam von Benedict Rehbein, Geschäftsführer des LPRS>>Förderers pioneer communications und Alumnus des Vereins. Mit dem Titel ‚„Schatz, wir müssen reden!“ Warum es in Zukunft wieder „Voice first“ heißen wird‘ bot der LPRS>>Alumnus einen Einblick in die sprachgesteuerte Zukunft der Kommunikation. Mit seiner charmanten Begleitung, Alexa – der Sprachassistentin von Amazon – machte Rehbein deutlich, dass die Steuerung per Stimme in der Kommunikation immer prominenter wird und das ‚Internet of Voice‘ ein hohes Potential in sich trägt. Darüber hinaus gäbe es schon viel Technik, die Sprachsteuerung möglich mache und ein weiterer Pluspunkt sei, dass wir schon viel Vertrauen zu Technik hätten und diese durch Sprache noch weiter gefestigt würde. Zum Schluss seines Vortrags durfte dann auch Rehbeins charmante Assistentin Alexa noch etwas sagen: Sie erklärte auf Rehbeins Frage hin einem Raum voller PR-Profis, wer Günter Bentele und was PR sind. Doch auf die Frage was ihrer Meinung nach das Next Big Thing ist, musste auch sie eine Antwort schuldig bleiben.  

>> Nicht nur reden, sondern auch zuhören!

Im zweiten Impulsvortrag von Maria Borner, ebenfalls LPRS>>Alumna und Consultant bei FTI Consulting, drehte sich alles um das Thema Zuhören. Hierbei ging es nicht um das Zuhören, wie wenn man der eigenen Mutter am Telefon nur mit halben Ohr zuhört, sondern um organisationales Listening, also das Zuhören von Unternehmen oder Organisationen. Doch nach Borner liegen diese beiden Arten des Zuhörens häufig nicht so weit auseinander: Viele Organisationen hätten mittlerweile gelernt, sich ihren wichtigen Zielgruppen gegenüber zu artikulieren und jeder kennt das Resultat: Alle haben etwas zu sagen und es gibt eine Informationsflut, die über die relevanten Zielgruppen hinwegschwappt. Dem gezielten Zuhören werde jedoch in vielen Unternehmen noch wenig Beachtung geschenkt, so Borner, obwohl es ein wichtiger Bestandteil der strategischen Kommunikation sei. Dabei müsse das Zuhören nicht klassisch-funktional, sondern postmodern-emergent betrachtet werden: Nicht nur zuhören, weil man es muss, sondern, um mit den Zielgruppen in Dialog zu treten und herauszubekommen, was sie tatsächlich bewegt und was sie vom Unternehmen wollen. Daher auch Borners Playdoyer: „Listening is The Next Big Thing.“  

>> Emotional Media – jeder will geliebt werden

Die drei Vorschläge um das Next Big Thing der PR komplettierte Daniel Rehn, Digital Trend Scout bei der Agentur achtung!. Mit seinem Exkurs durch die kommunikativen Dauerbrenner-Trends der PR sorgte er mit Aussagen wie „Social Media ist tot“ oder „Jeder will geliebt werden und nicht polarisieren“ für einen kurzweiligen Vortrag, der den Zuhörern den „great shift“ der Kommunikation vor Augen führen sollte: Mit vielen Informationen, wenig Zeit und wenig Wissen auf Seiten der User hätten Soziale Medien ausgedient, da diese immer weniger genutzt würden, um Inhalte mit seinem Netzwerk zu teilen oder mit diesem zu interagieren. Stattdessen verbringen die meisten Nutzer laut Rehn ihre Zeit im Facebook-Messenger oder nutzten Snapchat, um direkt miteinander zu kommunizieren. Emotionales Storytelling sei dabei laut Rehn der Trend der Zukunft, da Emotionen immer noch höher gewichtet werden. Denn wie bereits zu Beginn erwähnt: Jeder will geliebt werden und nicht polarisieren.  

 >> The Next Big Thing? Auf jeden Fall neugierig bleiben!

Im Anschluss an die Impulsvorträge durften dann in der Pause die Besucher des 12. LPRS>>Forum über das Next Big Thing der PR entscheiden. Mit Hilfe der Anwendung Slido, die nicht nur zur Abstimmung, sondern auch für Fragen genutzt werden konnte, entschied sich der Saal für den Vortag von Daniel Rehn. Damit wurde das emotionale Storytelling zum Next Big Thing der PR gewählt und im Anschluss mit einer kleinen Podiumsrunde diskutiert. Die Gäste auf dem Podium um Daniel J. Hanke als Moderator waren vielfältig: Neben dem langjährigen Förderer und Beirat des LPRS e.V. Dietrich Schulze van Loon, durften ebenfalls Kathrin Kloppe, Alumna des LPRS e.V. und Referentin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie Nils Haupt, Kommunikationschef des Traditionsunternehmens Hapag-Lloyd Platz nehmen. Gemeinsam diskutieren sie über das emotionale Storytelling als Next Big Thing der PR und wurden sich einig, dass Emotionen auf jeden Fall wichtiger in der Kommunikation werden. Dabei sei es bei aller Technikgetriebenheit auch wichtig, nicht den Blick für das Wesentliche zu verlieren: Kommunikation werde immer noch durch Menschen gemacht, auch wenn die Technik ein immer größerer Bestandteil der Kommunikation werde, so Schulze van Loon. Dabei müssten die Kommunikatoren auch nach wie vor Haltung beweisen, stimmte Kloppe zu. Dem entgegnete Haupt mit dem Argument, dass Haltung zwar wichtig, aber häufig auch einfacher gesagt als getan sei. So gäbe es auch immer wieder Situationen in denen die eigene Haltung schwierig einzuhalten sei und man immer wieder abwägen müsse. Zum Schluss einigten sich dennoch alle Podiumsteilnehmer auf ein Next Big Thing: Neugierig sein und bleiben!  

 

Der LPRS e.V. dankt seinen Gästen für einen wunderbaren Abend und allen aktiven Mitgliedern, Alumni, Förderern sowie Sponsoren des Vereins für die großartige Unterstützung beim 12. LPRS>>Forum.  

Text: Juliane Gerstenberg (M.A. Communication Management)

Bilder: Maria Bauer

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